Onboarding

Onboarding as the key to employee retention

In vielen Unternehmen wird Recruiting als Projekt verstanden: Man schreibt eine Stelle aus, sichtet Bewerbungen, führt Interviews, entscheidet sich für eine geeignete Person – und sobald der Vertrag unterschrieben ist, gilt der Prozess als abgeschlossen. Doch Recruiting endet nicht mit der Vertragsunterschrift, ganz im Gegenteil, genau hier beginnt der Teil, der über den langfristigen Erfolg der Rekrutierung entscheidet: das Onboarding.

Ein gelungener Onboarding-Prozess ist weit mehr als eine kurze formale Einführung. Er ist entscheidend für die Bindung neuer Mitarbeitender, beeinflusst ihre Produktivität und wirkt sich positiv auf die Unternehmenskultur aus. Denn wer Top-Talente langfristig für sich gewinnen will, muss auch aktiv dafür arbeiten, dass sie bleiben.

Why onboarding is so important

Viele neue Mitarbeitende verlassen ihr Unternehmen bereits in den ersten Monaten, oft schon während der Probezeit – häufig tun sie das aus Frust und Unsicherheit oder sie fühlen sich schlicht nicht zum Unternehmen «zugehörig» bzw. nicht aufgenommen. Der Hauptgrund: mangelhaftes Onboarding.

Demgegenüber stehen Unternehmen, die das Onboarding strategisch angehen – sie berichten von hoher Mitarbeiterbindung und schneller Integration in Teams und Prozesse. Gute Einarbeitung ist also kein «Nice-to-have», sondern ein zentraler Erfolgsfaktor für den Gewinn loyaler Mitarbeitender.

The start before the start: preboarding

Ein gelungener Einstieg beginnt nicht am ersten Arbeitstag, sondern viel früher. Zwischen Vertragsunterschrift und Arbeitsbeginn vergeht oft einige Zeit – eine kritische Phase, in der sich bereits ohne tieferen Grund Unsicherheit bezüglich der Jobauswahl einschleichen kann. Hier kann das Preboarding helfend einschreiten und das Abspringen der neuen Mitarbeitenden verhindern.

Ob eine persönliche Willkommensnachricht, ein kleines Willkommenspaket nach Hause, die Einladung zum Mitarbeiter-Event oder einem Team-Lunch vor dem Start – solche Gesten zeigen: «Wir freuen uns auf Dich.» Gleichzeitig kann die neue Person bereits vorab Zugang zu relevanten Informationen erhalten, etwa zu Teamstrukturen, Tools oder geplanten Projekten und sie lernt neue Kolleginnen und Kollegen kennen. Das schafft Sicherheit und verhindert aufkommende Zweifel an der Entscheidung für ein Unternehmen.


These 5 factors make for strong onboarding

A well thought-out onboarding process should be structured, individually adapted to the position and the person and embedded in the corporate culture. The following elements are relevant:

  1. Structured introduction plan
    Neue Mitarbeitende profitieren enorm von einem klaren Fahrplan für die ersten Wochen und Monate und fühlen sich nicht «verloren». Diesem Plan sollten die folgenden Überlegungen zugrunde liegen: Welche Ziele sollen mit der Einarbeitung erreicht werden? Welche Tools und Prozesse soll die Person kennenlernen? Wer sind ihre Ansprechpersonen? Eine klare Orientierung erleichtert den Einstieg erheblich.
  2. Persönliche Begleitung durch Buddy oder Mentor
    Ein erfahrener Mitarbeitender, der als Bezugsperson dient, ist Gold wert. Diese Begleitung erleichtert den Zugang zum Team, fängt Unsicherheiten auf und fördert die soziale Integration – gerade in grösseren Organisationen oder falls remote gearbeitet wird.
  3. Technical and organizational preparation
    Nichts ist frustrierender, als wenn am ersten Arbeitstag kein Laptop, keine funktionierenden Zugänge zu Software und Systemen oder – noch schlimmer – gar kein Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. Ein reibungslos vorbereiteter Start ist ein Zeichen von Professionalität und Wertschätzung. Ein schlechter Start verdirbt schnell die Freude am neuen Job.
  4. Integration into the corporate culture
    In addition to professional induction, cultural integration is also important. New employees should not only know how things are done, but why. Values, vision and manners should be actively communicated and exemplified.
  5. Long-term perspective 
    Ein wichtiger Punkt: Onboarding ist nicht nach einem Tag, einer Woche oder einem Monat abgeschlossen. Wirklich nachhaltige Integration erfolgt über einen längeren Zeitraum und geht im Idealfall nahtlos in Personalentwicklung über. Mitarbeitende sollen auf ihrem Weg begleitet werden. Regelmässige Feedbackgespräche helfen, rechtzeitig herauszufinden, ob die Erwartungen auf beiden Seiten erfüllt werden, Missverständnisse frühzeitig auszuräumen und Entwicklungspotenziale zu identifizieren. Weiterbildungsmöglichkeiten und transparente Karrierepläne signalisieren: «Du bist uns wichtig – und wir planen unsere Zukunft mit Dir zusammen.»


New digital approaches

Immer mehr Unternehmen setzen auf digitale Onboarding-Plattformen, die den Prozess effizient und ortsunabhängig gestalten. Interaktive Lernmodule, digitale Welcome-Touren oder virtuelle «Coffee Dates» mit Kolleginnen und Kollegen können besonders in hybriden Arbeitsmodellen durchaus einen echten Mehrwert darstellen.

Conclusion: Onboarding should be part of the corporate strategy

Ein erfolgreiches Recruiting endet nicht mit der Vertragsunterschrift – es beginnt mit dem ersten Willkommensmoment und zieht sich über Monate hinweg. Unternehmen, die Onboarding strategisch denken und gezielt gestalten, haben nicht nur zufriedenere Mitarbeitende, sondern auch loyalere und leistungsstärkere Teams mit viel Erfahrung und – ebenfalls ein wichtiger Punkt – sie sparen langfristig auch Kosten ein, denn neue Mitarbeitende zu rekrutieren, kostet in jedem Fall eine Menge Zeit und Geld.

Wer von Anfang an das Gefühl bekommt, wirklich willkommen zu sein, bleibt mit grösserer Wahrscheinlichkeit – und wird dann selbst zum Botschafter für die Unternehmenskultur. Onboarding ist damit eindeutig kein reiner HR-Prozess, sondern ein zentraler Bestandteil der gesamten Unternehmensstrategie. Oder so sollte es zumindest sein.

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Jan Schmitz-Elsen, Team Lead Talent Acquisition

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